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Grand Prix de l´Age d´Or 2001: Nicht alle waren blau
Wer den Grand Prix de l´Age d´Or als französisches Pendant zum Oldtimer-GrandPrix auf dem Nürburgring sieht, wird, je nach Interessenlage, von der Veranstaltung, enttäuscht oder begeistert sein. Es gibt weniger Rennen, die Felder sind dünner besetzt und nicht von der Qualität der Veranstaltung in der Eifel. Dafür entschädigt das Ambiente der letzten alten Steilwandstrecke Europas und der Auftritt der Markenclubs, der perfekt in diese Umgebung eingepaßt ist. Wo sonst kann man seltene Fahrzeuge bewundern und im Hintergrund Rennwagen durch eine Steilwandkurve fahren sehen? Besonders schön war, daß seltene Sammlerstücke und alte "Brot-und-Butter"-Autos Seite an Seite zu sehen waren. Die Zweiklassengesellschaft des Nürburgrings, mit den besseren Fahrzeugen im (kostenpflichtigen) Fahrerlager und den Markenclubs, die man an den Rand der Parkplätze abgeschoben hat, ist hier vermieden worden. Hotchkiss stehen neben Panhards und Simca, Facel Vega neben BMW und Triumph, Ford Capri gegenüber Matra Djet und 530: die Atmosphäre ist familiär. Dabei ist die Spannweite der gezeigten Fahrzeuge weitaus größer als bei allen vergleichbaren Veranstaltungen in Deutschland und man geht sehr locker mit dem Hobby um. Natürlich liegt der Schwerpunkt auf französischen Autos und BMW-, Mercedes- oder Alfa Romeo-Clubs sind stark vertreten, aber wo sieht man heute noch gleich drei FIAT 1800/2300, davon eine seltene Familiare-Version? Der Mopar-Bereich hätte einem US-Gebrauchtwagenhändler von der Zahl und Vielfalt der Fahrzeuge gut zu Gesicht gestanden. Selbst bei Triumph stand ein Herald mit Sonderkarosserie, der auch auf der Insel selten sein dürfte. Ein kleiner Markt mit wenigen Teileständen bot französische Literatur sowie die üblichen Versicherungen und Reinigungsmittel an.
Der besondere Höhepunkt der Rennen und Demonstrationsfahrten dieses Jahres war der Auftritt des Renault 40CV de Record, der schon im vergangenen Jahr beim Goodwood Festival of Speed gezeigt wurde. Wieder fuhr Jean Ragnotti den Wagen. Leider beschränkte man sich bei Renault auf zwei Runden, Ragnotti erlaubte sich jedoch die Steilkurve ohne Schikanen zu durchfahren, ganz so, wie bei den Rekordfahrten 1929 am gleichen Ort. Dieses Sechszylinder-Ungetüm hoch in der Steilkurve fahren zu sehen, war alleine die Reise wert. Die Eintrittspreise sind moderat, Parken ist frei, die Anfahrt zum Kurs ist leicht zu finden, Linas-Monthléry ist eine gute Alternative zu den durchorganisierten, sterilen Veranstaltungen andererorts. Allerdings muß man Zeit mitbringen, denn ein Tag ist zu kurz, um alles zu sehen. Zur Großansicht klicken Sie bitte auf die Bilder.
(Text:
Dieter Roßbach ) |
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