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Rétromobile 2003: L'art pour l'art
12.02.2003
Nur eine Halle statt deren 12 wie bei der Techno Classica, dazu Fahrzeuge französischer Produktion in der Überzahl, auf den ersten Blick scheint die 28. Rétromobile eine Veranstaltung für Spezialisten und Frankreichliebhaber zu sein. Aber der Gang durch die Ausstellung beweist einmal mehr, daß es nicht auf die schiere Größe einer Veranstaltung ankommt. Die Februarveranstaltung in Paris hat Esprit und Stil. Dieses Jahr bilden Weltrekordfahrzeuge den Kern der Rétromobile. Aus dem britischen National Motor Museum in Beaulieu sind die Sunbeams der Jahre 1922 und 1927, der Golden Arrow von 1929 und der Bluebird von 1960 zu sehen. Die französische Automobilindustrie ergänzt diese durch Fahrzeuge, die man sonst nur aus Büchern kennt: Citroëns Rosalie fuhr 1933 297 internationale und 106 Weltrekorde, darunter die Distanz von 300.000km bei einem Stundenmittel von 93,5km. Renault zeigt den 40CV von 1926, der in Montlhéry über 24 Stunden einen Durchschnitt von 173km/h erreichte, sowie die Étoile Filante, einen Rekordwagen von 1956, der damals den Weltrekord für Turbinenfahrzeuge auf 309km/h setzte, dazu den Cx15 Prototyp von 1962 und den Vesta 2 von 1987, die Rekorde beim Verbrauch und der Aerodynamik erzielten. Dazu kommen Alltagsfahrzeuge, Wettbewerbsautos und Kuriositäten. Bei Citroen sind die Rallye-DS mit kurzem Radstand und zwei Rallye-CX zu sehen, dazu ein Mehari für besonders schwere Bodenverhältnisse. Peugeot zeigt von Fahrzeugen der Frühzeit über DalíMart und alten Simcas bis hin zu einem 504 in Edelstahlkarosserie einen Querschnitt seiner Geschichte. Renault hat neben den Rekordautos noch Stilstudien der fünfziger und siebziger Jahre ausgestellt. Dazu kommt der Lastwagen, der als erster Afrika von Norden nach Süden durchquerte. Ein Ungetüm mit drei Achsen und 12 Rädern. Keine Rétromobile ohne den Blick auf die großen verschwundenen Marken Frankreichs. Für Bugattifreunde wird die Kunst des Motorenbaus gezeigt, Loraine-Dietrich, Delage, Delahaye, Panhard, Facel Vega, Alpine, Amilcar dazu eine Reihe von Citroen, die von Henri Capron neu eingekleidet wurden, machen die Rétromobile wieder einmal zu einer besonderen Veranstaltung. Die Autos englischer, italienischer, deutscher und amerikanischer Produktion, die ebenfalls zu sehen waren, sind dabei nette Farbtupfer. Das jüngste klassische Auto der Ausstellung, von den wenigen Neuwagen abgesehen, dürfte der ur-grüne Z1 auf dem BMW-Stand sein, der mit einem 328, dem 507 und dem aktuellen Z4 die Roadstertradition der Münchner Marke dokumentierte. Der kleine Teilemarkt paßt sich dem Flair der Veranstaltung an. Es sind weniger die neuesten Pflegemittel und Werkzeuge sondern hochwertige Teile, Automobilia und Kunst, dazu ein erstklassiges Angebot an Modellfahrzeugen. Und wer nach 8 Stunden auf der Ausstellung müde und hungrig das Gelände verlässt, findet in einer der kleinen Strassen des Viertels leicht ein gutes Lokal mit bodenständiger preiswerter Küche.
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(Text: Dieter Roßbach ) |
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