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Wanderer Stromlinie Spezial: Aufbau Ost
05.08.2003
Der "Wanderer Stromlinie Spezial" der Auto Union AG wurde nur für die 4700 Kilometer lange Fernfahrt Lüttich-Rom-Lüttich gebaut. 1938 und 1939 nahm die sächsische Firma daran teil und im zweiten Jahr den "Coupe des Constructeurs", die Mannschaftswertung, gewannen. 65 Jahre danach erstrahlen die damals verkauften und mittlerweile verschollenen Autos nun in neuem Glanz. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Originalnachbauten, die von der Werner Zinke GmbH, einem der führenden europäischen Restaurationsunternehmen, im sächsischen Zwönitz ausgeführt wurden. Die Fernfahrt Lüttich-Rom-Lüttich galt schon kurz nach ihrer Entstehung 1931 als die schwerste internationale "Ohnehalt-Langstrecken-Zuverlässigkeitsfahrt". Auf dem auch als "Königin unter den Rallyes" gerühmten Wettbewerb durfte nur zum Tanken gehalten werden. Die Fahrerteams, die auf den damaligen Straßen mindestens 50 Kilometer pro Stunde zurücklegen mussten, saßen bei ihrem Dauerritt über Ardennen, Alpen, Apennin und zurück mehr als 100 Stunden ohne Unterbrechung am Steuer. Höchste Anforderungen an Material und Fahrer forderten hohen Tribut. Kamen 1938 gerade mal ein Drittel der gestarteten Fahrzeuge ins Ziel, waren es 1939 exakt 21 von 51. Drei davon die "Wanderer Stromlinie Spezial" Fahrzeuge von denen die Fahrerkombinationen Momberger/Weidauer und Müller/Menz punktgleich Vierter wurden sowie Trägner/Fritzsching Platz zwölf belegten. Auto Union gewann damit die für Werksteams wichtigste Auszeichnung – die Markenwertung. 1938 hatte man außerordentliches Pech: In Führung liegend, mussten Krämer/Münzert 30 Kilometer vor dem Ziel wegen eines Bagatelle-Schadens an der Nockenwelle aufgeben.
Die 900 Kilogramm leichten Aluminium-Roadster kamen bei 70 PS auf eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Der Sechszylindermotor mit Dreivergaseranlage und zwei Litern Hubraum geht auf Ferdinand Porsche zurück, der Anfang der 1930er Jahre eine neue Motorengeneration für die Marke Wanderer konstruierte. Für den Restaurator Werner Zinke, der die wunderschönen Fahrzeuge termingerecht in zweijähriger Arbeit wieder aufbaute, war dies "die bisher größte Herausforderung meines Unternehmens". Zinke: "Bis auf Radstand und Spur hatte ich keine verlässlichen Daten. Ich musste mich vor allem an den historischen Fotos orientieren." Nach Computerberechnungen wurde ein Drahtgitter-, dann ein Holzmodell konstruiert, die Bleche in Handarbeit auf Ledersäcken geklopft und der "Englischen Rolle" geglättet. Mit dem Ergebnis ist Werner Zinke "sehr zufrieden". "Die ersten Fahrversuche liefen besser als ich es mir erhofft hatte", wie er sagt und gleichzeitig etwas wehmütig wird. Zinke: "Der Krieg verhinderte, dass aus diesen Prototypen die Sportautos der Auto Union wurden." Mittelfristig ist bei Audi Tradition geplant, die beiden eigenen Fahrzeuge bei ausgewählten historischen Rennveranstaltungen zum Einsatz zu bringen. Gleichzeitig mit dem Neuaufbau des Originals bietet Audi Tradition den vielen Modellautosammlern ein 1:43-Modell des "Wanderer Stromlinie Spezial" mit der Startnummer 17 in limitierter Auflage von nur 100 Stück an. Die aus Resine hergestellten Automobile bestechen durch ihre hervorragende handgefertigte Verarbeitung. Neben den feinen Fotoätzteilen entsprechen auch die Lackierungen bis ins Detail den großen Vorbildern.
(Text: dr/Pressetext Hersteller )
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