|
|
|
|
Opel GT2: Blitzflunder
14.09.2004
Auf der Basis des aktualisierten Manta GT/E, der ebenfalls auf der IAA 1975 vorgestellt wurde, zeigte Opel das Konzept eines potentiellen GT-Nachfolgers. So verfügte das Fahrwerk des Sport-Opels über dessen vorn einzeln an Doppelquerlenkern aufgehängte Räder sowie eine hintere Zentralgelenk-Achse. Angetrieben wurde die Studie durch einen 1,9 Liter großen Vierzylinder, der mit einer elektronischen Jetronic-Einspritzung 105 PS leistete. Im Sinne einer ausgewogenen Gewichtsverteilung und für ein hohes Trägheitsmoment um die Hochachse war das Aggregat weit hinter die Vorderachse gerückt worden. Der Opel GT2 glänzte mit einem für die damalige Zeit beachtlichen cw-Wert von 0,326. Dieser wurde durch akribische Detailarbeit erreicht: So sind die Frontscheinwerfer voll versenkbar, die Hinterräder weisen eine Abdeckung auf, die Radblenden sind sehr flach gehalten und die Außenspiegel schliessen bündig mit den Türen ab. Die ebenfalls bündig mit der Karosserie verklebten Scheiben sind zwecks besserer Wärmedämmung mit einer Isolierschicht bedampft. Besonderes technisches und optisches Kabinettstück des futuristischen 2+2-Sitzers sind die beiden Schiebetüren, die sich leicht nach hinten fahren lassen und den Zugang in den Innenraum wesentlich erleichtern. Die Schienen, in denen diese Türen laufen, schützen zugleich die Insassen bei seitlichen Kollisionen. Und auch die Stoßdämpfer leisten einen Beitrag zur passiven Sicherheit: Diese bestehen aus Energie absorbierendem Kunststoff und überstehen kleinere Parkrempler ohne sichtbare Blessuren - ein konstruktives Detail, das von der ein Jahr zuvor vorgestellten Sicherheitsstudie "Opel Safety Vehicle" übernommen wurde.
Der Innenraum des GT2 ist bestückt mit zeitgenössischem High-Tech: Statt klassischer Rundinstrumente findet man digitale Anzeigen und sogar ein Bordcomputer liefert auf Knopfdruck aktuelle Daten wie Verbrauch oder Öldruck. Im weitesten Sinne besitzt der GT2 außerdem schon eine Sitzklimatisierung: Die Schalensitze sind aus Schaumstoffpolstern zusammengesetzt, und der rund fünf Zentimeter breite Zwischenraum zwischen den einzelnen Elementen garantiert eine gute Belüftung. "Unser Ziel war nicht allein eine technische Glanzleistung, sondern darüber hinaus der Wunsch, das Automobil durch neue Lösungen den Bedürfnissen des Menschen besser anzupassen." sagte Opel-Designdirektor Henry G. Haga 1975 bei der Präsentation des Opel GT2 auf der IAA in Frankfurt. Ob dies gelungen ist, ist eine Ermessensfrage. Tatsache ist jedoch, dass für dieses Fahrzeug vor 30 Jahren konstruktive Lösungen entwickelt wurden, die heute zum Repertoire der modernen Automobilfertigung gehören.
(Text: Rainer Roßbach )
Verwandte Themen:
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||