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Retromobile 2011: Neues Format, alte Bekannte
21.02.2011
Bisher zog sich die Retromobile über zehn lange Tage hin, ab diesem Jahr gibt es, unter neuem Management, ein neues Format. Wie bei vielen anderen Messen für klassische Fahrzeuge wurde die Veranstaltung in Paris auf fünf Tage, von Mittwoch bis Sonntag, verkürzt. Das neue Format war allerdings sicher nicht der Grund für Renault, nach Jahren der Abwesenheit 2011 wieder teilzunehmen, es galt vielmehr, den fünfzigsten Jahrestag des R4 groß zu feiern. Renaults Auftritt war dann auch entsprechend aufwändig. Auf dem größten Stand der Messe zeigte man alle Varianten und Spielarten des Erfolgsmodells, jeweils in perfektem Zustand. Peugeot und Citroen kombinierten, wie gewohnt, ihre Präsentation mit den Ausstellungen der Modellreihen-Clubs, darunter der Rosalie-Rekordwagen, der 1931 auf der Bahn in Montlhery 300.000km mit einem Schnitt von über 93 km/h zurücklegte, verschiedene DS-, SM- und CX-Rallyefahrzeuge und natürlich dem akktuellen Weltmeisterauto. Mazda feierte den zwanzigsten Jahrestag des Le-Mans-Siegs von 1971 mit Renntechnik, vom Lola über den Siegerwagen mit Vierscheiben-Wankelmotor bis hin zu verschiedenen Rallyefahrzeugen, Nissan reihte die Z-Reihe auf.
Wer hochwertige Fahrzeuge zum Kauf suchte, der konnte fündig werden, auch wenn einige Anbieter der letzten Jahre fehlten. Bei Hall&Hall stand Renntechnik in der ersten Reihe, ein perfekter Vanwall Formel 1, ein Cooper-Maserati und ein seltener Lola MK6, Vorläufer des Ford GT-40, waren im Angebot. Der ausgestellte Lola ist das einzige Modell, das mit einem Chevrolet-V8 ausgerüstet wurde, alle anderen gebauten Exemplare wurden mit Ford-Motoren bestückt. Fisken bot neben einem Squire im "Scheunen-Zustand" ein originales Jaguar-Lightweight Coupé und einen wunderschönen Alvis-Tourer in Zweifarbenlackierung und Rennsportgeschichte an. Wie jedes Jahr gab es auch 2011 wieder eine Auktion, mit neuem Anbieter und sehr wechselvollem Angebot: vom BMW M1 in sehr gutem Zustand über De Gaulles Simca Chambord Presidentelle bis zu einem Austin-Healey 100/4 Jamaican Coupé. Die aufgerufenen Preise der Fahrzeuge waren allerdings sehr ambitioniert.
Was die Retromobile neben dem traditionell hochwertigen, und teurem, Händlerangebot auszeichnet, ist das Engagement der Clubs, die es immer wieder schaffen, Besonderheiten und seltene Fahrzeuge nach Paris zu schaffen. So zeigte der Amilcar-Club ein CGSS Coupé. der Facel-Vega-Club das Siegerauto der Rallye Monte Carlo von 1954 in bestem Originalzustand, ein Radiosender hatte Le-Mans-Rennfahreuge auf Basis des Renault 4CV ausgestellt, darunter ein Chenault-Walker, die Fondation Berliet präsentierte ein Rochet-Schneider Wohnmobil auf dem Chassis eines Type 32000 B von 1931, bei Panhard gab es einem Devin-Panhard von 1955 zu sehen. Größter Blickfang, dafür sorgte alleine schon das Format des Fahrzeugs, war die Replika des Dampfschleppers von Fardier de Cugnot aus dem Tampa Bay Automobile Museum. Cugnot baute dieses Fahrzeug 1769 zum Transport von Kanonen, und die ausgestellte Nachbildung ist voll funktionstüchtig, was in Fahrdemonstration vor der Halle für die begeisterten Zuschauer immer wieder gezeigt wurde. Mit dreihundert Händlern und 100.000 Besuchern war die Retromobile 2011 wieder die wichtigste Messe für klassiche Fahrzeuge zu Jahresbeginn.
(Text: Dieter Roßbach )
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