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Lister Monzanapolis: Kampf der Welten 28.08.2011
1956 entwickelt Monza-Chef Giuseppe Bacciagaluppi zusammen mit dem USAC-Director Duane Carter Pläne, amerikanische Monoposti für Hochgeschwindigkeitsrennen gegen europäische Konstruktionen antreten zu lassen: Aufgrund der Ähnlichkeit zu Indianapolis wird Monza als Austragungsort gewählt. Ziel ist, US-Teams für die europäische Szene zu interessieren und Formel-1-Teams zum direkten Wettbewerb einzuladen. Brian Lister tritt in den frühen 1950er Jahren als Schöpfer von Sportwagen auf den Plan. Seine Konstruktionen - mit Bristol,- Jaguar- und Chevrolet-Technik - konkurrieren mit Jaguar und Aston-Martin auf den Rennplätzen. Für die "500 Miglia di Monza" konstruiert der Brite einen Monoposto, - der einzige, der jemals speziell für das "Rennen der zwei Welten" entwickelt wird. Das Auto mit der polierten Aluminiumkarosserie weist für einen Einsitzer ungewöhnliche Karosserieproportionen auf. Der Fahrer sitzt versetzt auf der rechten Seite, und der Wagenkörper ist außergewöhnlich hoch. Hier erkennt man, dass der "Monzanapolis" ein zweisitziger Sportwagen mit einer Einsitzerkarosserie ist.
Angetrieben wird der Lister von einem Jaguar-Reihensechszylinder aus dem D-Type mit Trockensumpfschmierung und drei Weber-Vergasern, an den Achsen kommen unterschiedliche Reifenformate zum Einsatz. Während vorne Dunlops montiert sind, kommen hinten größere Pneus von Firestone aus der amerikanischen Oval-Serie zum Einsatz: Eine Konfiguration, die speziell auf die Bedingungen von Monza passt. 1958 starten zehn USAC-Rennwagen in Italien, wie 1957 dominieren sie das Rennen. Harry Shell und Luigi Musso gehen für Ferrari an den Start, Stirling Moss für Maserati. Die Europäer landen nur auf den Plätzen. Für Jack Fairman auf dem von der Ecurie Ecosse gemeldeten Lister bleibt lediglich der elfte Platz im ersten Lauf. Damit ist die kurze Karriere des englischen Monoposto zu Ende. Auch das "Race of Two Worlds" wird eingestellt, da sich die europäischen Rennställe außerstande sehen, siegfähige und sichere Wagen für das Hochgeschwindigkeitsrennen auf die Räder zu stellen. Der Lister beendet seine Laufbahn bei lokalen Veranstaltungen in Großbritannien, seit Beginn der 2000er Jahre ist er wieder auf historischen Veranstaltungen dabei.
(Text: Rainer Roßbach)
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